Tag 1 (COVID-19 Tagebuch)

Wache in der Nacht mehrfach auf, schweißgebadet. Kann mich kaum bewegen /drehen.
7 Uhr aufgestanden, Kinder geweckt (HomeSchooling). Schüttelfrost, Atemnot. Letztere legt sich immer wieder. Plötzlich ist mir eiskalt. Fühlt sich nicht an wie Fieber, weil das Pochen im Kopf fehlt. Kein Kopfweh.
8 Uhr Fiebermessen. 38,6 Grad. Eine Vorahnung…

Mein PCR-Testergebnis vom Vortag kommt um 9:53 Uhr per E-Mail zu mir geflattert. Positiv. Einerseits Erleichterung, andererseits Sorge wegen den Kindern. Meine Frau macht Telearbeit, es fällt ihr laufend schwerer sich zu konzentrieren. Um 14:41 Uhr ist auch ihr Testergebnis da. Positiv. Stehen nur mehr die Ergebnisse der Kinder aus. Wird noch bis morgen dauern.

Nachmittag verläuft ruhig und mit viel Schlaf. Um 15:47 Uhr meldet sich die Behörde, möchte den genauen Krankenverlauf wissen, wann wir das letzte Mal im Büro bzw. Schule waren.

Wer wen angesteckt hat können wir nicht eruieren, ist letztlich auch egal, weil wir alle im selben Boot sitzen.
Spaziergänge, Nutzung unseres Kleingartens: vorerst alles auf Eis.
Die Temperaturen draußen sind um die 19 Grad, wirklich spüren kann ich die warme Luft nicht. Mir ist wieder eiskalt.

Von meinen Arbeitskolleginnen und FreundInnen kommen viele kraftspendende Genesungswünsche. Alle sind in Gedanken bei uns. Einsamkeit fühlen wir nicht. Es ist wie an einem Tag, an dem das Wetter so hundig ist, dass man nicht rausmöchte.

Gegen Abend nehmen die Schlafphasen wieder zu, das Fieber ermattet einen.